Manen


Manen
Ma|nen 〈nur Pl.; röm. Myth.〉 gute Geister, Seelen der Verstorbenen [<lat. manes]

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Ma|nen <Pl.> [lat. manes, zu älter lat. manus = gut, wohl eigtl. = gute Geister]:
(bes. im Rom der Antike) gute Geister eines Toten.

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I
Manen
 
[lateinisch, zu älter manus »gut«, wohl eigentlich »gute Geister«] Plural, lateinisch Di Manes, in der altrömischen Religion die Gesamtheit der abgeschiedenen Seelen, die man als in der Unterwelt waltende Gottheiten auffasste. Zu ihrer Verehrung und Versöhnung wurde das Fest der Parentalia gefeiert. Auf römischen Grabsteinen findet sich häufig die Formel D(is) M(anibus), »den Manen (geweiht)«.
 
II
Manen
 
[-nə], Hans van, niederländischer Choreograph und Ballettdirektor, * Nieuwer Amstel (heute Amstelveen) 11. 7. 1932; war 1961-70 künstlerischer Kodirektor des Nederlands Dans Theater in Den Haag und 1973-87 Ballettmeister und Choreograph bei Het Nationale Ballet in Amsterdam, seit 1988 ist er Hauschoreograph beim Nederlands Dans Theater; arbeitete auch für andere Ensembles, v. a. für das Stuttgarter Ballett. Sein umfangreiches Œuvre weist ihn als einen der großen, formbewussten Choreographen des 20. Jahrhunderts aus, der dem Tanz neue Ausdruckshorizonte erschlossen hat. Auch als Fotograf machte sich Manen einen Namen.
 
Choreographien: Metaforen (1965); Squares (1969); Große Fuge (1971); Twilight (1972); Adagio Hammerklavier (1973); Four Schumann pieces (1975); Fünf Tangos (1977); Grand trio (1978); Five short stories (1982); Corps (1985); Shaker loops (1987); Visions fugitives (1990); Short hand (1993); Polish pieces (1995); Kleines Requiem (1996); Solo (1997).
 
 
Jochen Schmidt: Der Zeitgenosse als Klassiker (1987).

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Ma|nen <Pl.> [lat. manes, zu älter lat. manus = gut, wohl eigtl. = gute Geister]: (bes. im Rom der Antike) gute Geister eines Toten: So erklärte er sein Wärterhäuschen und die Bahnstrecke ... für geheiligtes Land, welches ausschließlich den M. der Toten gewidmet sein sollte (Hauptmann, Thiel 7).

Universal-Lexikon. 2012.

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